Die Frage der Sprache in Computerspielen liegt mir bekanntlich persönlich am Herzen. Auf meine Initiative haben wir deshalb bei Breaktfast at Manu Spielt’s geplaudert über Schmerz im Arsch, sächselnde Trolle und das Für und Wider des Spielens mit fremden Zungen.
Auslöser meines Bedürfnisses, über Game-Sychronisation zu sprechen: Eine Diskussion, die der ehrenfeste Filmkritiker Lukas Foerster mit einigen Freunden auf seinem Blog führte. Vor dieser Lektüre bin ich einer vermutlich unbewusst elitären Haltung nachgehangen: Irgendwas im Stil von “Das O in O-Ton steht für ‘only’, Alter!”. In diesem Gespräch wird aber sehr deutlich, dass es gute Gründe dafür gibt, Synchronfassungen zu sehen – unter anderem den, dass einem die “Werktreue” im Bild wichtiger ist als die im Ton. Ein Argument, das bei einem primär eben doch visuellen Medium wie dem Film sehr viel Sinn macht.
Beim Nachdenken ist mir dann aufgegangen, dass die Argumente und die Situation längst nicht so leicht auf das Computerspiel übertragen werden können, wie ich mir dies anfänglich naiv vorgestellt habe. Einige der Unterschiede und Probleme sprechen wir in der Diskussion an; über den Rest muss ich mir weiter Gedanken machen. Vielleicht sogar an dieser Stelle. Bis dahin: Anhören gehen. (Im Original-Ton.)
PS An anderer Stelle wird auch gerade ausgiebig über das Für und Wider des Eindeutschens gezankt: Die Schweiz bricht nämlich zusehends gründlich mit ihrer noblen Kinotradition, Filme immer auch im Originalton mit Untertiteln zu zeigen. Die Verleiher führen ökonomische und demographische Gründe an, die auf dasselbe hinauslaufen: Originalfassungen rechnen sich nicht. (Dass die Rechnung und die ihr zugrundeliegenden Zahlen nicht offengelegt werden, sei nur am Rande bemerkt.) Die Kommentare unter den Artikeln sind im Übrigen aufschlussreich: Sie zeigen gerade jenen Mangel an Senibilität für den drohenden Elitismus des “Synchronfassungen sind doof und für Doofe!”-Arguments, die sich hierzulande gerne auch mischen mit der in der Schweiz grassierenden Xenophobie. Dass man mit einem Atemzug Multikulturalität als Argument für Originalfassungen anführen und deren Sterben auf die vermaldeidte Einwanderung schieben kann, ist… faszinierend, um es nett zu sagen. (Auch wenn ich in der Konsequenz mit den Nörgerln immerhin insofern übereinstimme, dass ich in diesem Jahr weniger denn je im Kino war und meine Blu Ray-Sammlung langsam aufgestockt habe. Babyolnische Sprachoase Wohnzimmer, quasi.)



