…und hatten den Witz an Bord.
Wednesday, March 30th, 2016 at 14:15

Für nahaufnahmen.ch habe ich für einmal kein raumgreifendes Gedankengeleiere, keinen hin- und herschwappenden Meinungsaustausch geschrieben, sondern schlicht: Ein Spiel, eine Meinung, eine geradezu bodenständige Kritik. Wie sicher dieser Stand ist, wenn das Spiel  Nelly Cootalot: The Fowl Fleet – das andere  Piratenadventure — ist und alle Böden schwankende Planken, sei dahingestellt. Unterhaltsam war’s allemal. (Das Spiel, nicht zwingend die Kritik.)

NellyCootalot-TheFowlFleet_1

Und so klingt es, wenn man die eine oder ander Buddel voll Rum zu viel hatte:

Nelly Cootalot: The Fowl Fleet! ist nicht mehr und nicht weniger als das: Vier bis sechs Stunden in Gesellschaft von Charakteren und Menschen, die gewitzt sind und die es gut mit einem meinen. Menschen (und Vögel), mit denen man gut und gerne anschliessend noch ein Pint oder einen Grog heben gehen würde. Manchmal braucht man nicht mehr, um zufrieden zu sein.

Wer doch noch mehr braucht, findet dies auf nahaufnahmen.ch.

Des Chaos fette Beute
Thursday, February 11th, 2016 at 14:17

Für die jährliche Vollgepackt-mit-schönen-Sachen-die-das-Leben-schöner-Machen-Jahresendliste von Haywire Magazine habe ich einen Text beigesteuert zu Julian Gollops Chaos Reborn. Auch wenn niemand hingeschaut hat: Selten war es erbaulicher, zum Flummiball im Squashmatch von Tod und Wahrscheinlichkeit zu werden.

chaos_reborn

Und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir… aus mir… jedenfalls sprach sie, und sie klang dabei so:

Yeah, no kiddin‘. Say whatever you want about Julian ‘X-Com’ Gollop’s return to the fantasy battle ground he originally created in the 80s — at least it’s being honest. Chaos was reborn, chaos reigns, and it sure as hell won’t let anyone, least of all Sid Meier, tell it how to do its job. I saw Chaos bring down a player in the first round of a multiplayer match, without leaving him any chance to even act. Twice. In a row. I was there when Chaos found it funny to grant a rat, that cannon fodderest of enemies, the privilege to kill my three-headed behemoth without even breaking a sweat. I died at the hands of Chaos disguised as a dwarf, as a vampire, as a hellhound, oh so many times, and I returned, again and again, safe in the knowledge that one day, Chaos would decide to smile at me again.

Chaos Reborn is a turn-based game, and a comically gruesome one at that: Every creature, be it a summoned monster or the wizard representing the players that summon them, can be killed by one lucky shot. All you can do is put up some defenses, attack the hell out of your opponents and maybe, just maybe, bend the probability your way. At times Chaos Reborn feels like those teeth-gnashing moments in XCOM when a sure-fire hit misses far and wide, dooming your whole squad, except stretched to a whole game. At other times, the game feels like the best parts of Chess, Magic: The Gathering and Skulls – you know, the game invented by Hell’s Angels that is like Poker, only better – rolled into one.

It’s the kind of game that feels designed to never be mastered. And then along comes a player politely announcing that you are his last kill before he ascends to Masterhood, before he goes on to expertly slaughter you, using nothing but the tools you had at your own disposal the whole time. You don’t care. You know that it could have gone the other way. You just know. Guess what? Chaos knows better.

Weitere kurze Texte zu nennenswerten Spielen aus 2015 gibt es bei Haywire Magazine.

Klappe zu, Jahr tot
Wednesday, January 20th, 2016 at 14:42

Da war doch was? Auch 2015 wurde gespielt, auch Ende 2015 wird darüber geklagt, dass man einfach nicht mehr so real ist. Ein schlechtes Jahr war es, zumindest im Bereich Spiele dennoch nicht. Eine Aufzählung auf nahaufnahmen.ch legt beredtes Zeugnis davon ab.

original

Mit den nötigen delikaten Sprechpausen klingt das dann ungefähr so:

Es war, scheint es, das Jahr der veredelten offenen Spielwelt — an der ich, wie gesagt, aufgrund mangelnder Rechenleistung nicht teilnehmen konnte. [...] Dass das vergangene Jahr neben den von meinen Vorrednern bereits diskutierten Schwergewichten auch in diesem Bereich viel bot, lässt das Jahr als rund genug erscheinen. [...] ein taktlädierter Mensch wie ich [...] absolut schamlos [...] schick-schlick.

Wer die Wahrheit zwischen den Worten erkennen will oder schlicht wissen, was ich wirklich von 2015 in Spielen hielt, möge den Rest auf nahaufnahmen.ch nachlesen.

 

A Tale of Love and Determination
Wednesday, September 23rd, 2015 at 15:56

Immer noch selten genug: Sich Hals über Kopf in ein Stück Medium vergucken zu dürfen. Unlängst ist mir dies geschehen mit Toby Fox’ UnderTaleDie unerträgliche Vorstellung, dieses Spiel, das so vieles anders und besser macht, könnte übersehen werden, trieb mich zu einem eilig verfassten Liebesbrief. Die Befürchtungen sollten sich als verfehlt erweisen: UnderTale bekommt die Aufmerksamkeit, die es verdient. Hinter meinem auf Videogame Tourism veröffentlichen Kniefall stehe ich aber dennoch: UnderTale. Besser wird’s vorerst nicht mehr.

undertale_logo

Im Begeisterungsmodus klingt das ungefähr so:

UnderTale ist nicht nur das beste Spiel dieses Jahres, dem Du das nicht zugetraut hättest. Es ist auch ein eingelöstes Versprechen und ein kleines Wunder. Und das hier? Das hier ist ein schamloser Liebesbrief, und Obacht! Ich habe Argumente mitgebracht.

Vor sieben Jahren erschien World of Goo und überzeugte uns davon, dass die Zukunft dieses Mediums geschrieben werden wird von Menschen mit nichts als einem Kaffeebecher in der Hand, einem Laptop auf dem Tisch, und einem Glänzen auf der Stirn, hinter der sich ungezählte ungezähmte Ideen aneinander reiben, um uns Wärme zu spenden in den klammen Wintern bitterer Eintönigkeit. Sieben Jahre und eine Indie-Revolution später scheint das Wissen um die Bedeutung dieses Spiels ein wenig in Vergessenheit geraten zu sein, der Name seiner Entwickler mindestens halb, und eine einfache, eindringliche Wahrheit beinahe vollständig: Dass solche Spiele – Spiele, die uns daran erinnern dass wir noch gar nichts gesehen haben, Spiele, die still lächelnd Direkttransfusionen zum Herzblut anderer Menschen legen, Spiele, die so klug und charmant und freundlich sind, dass wir uns unwillkürlich fragen, warum sie eigentlich mit uns abhängen wollen, nur um in ihrem aufmunternden Zwinkern die Antwort zu finden – die Wahrheit also, dass solche Spiele nicht nur ausgesprochen selten sind, sondern ein gottverdammtes Geschenk. Heute nicht weniger als zu irgendeinem Zeitpunkt in diesen sieben Jahren, in denen sich scheinbar so viel getan hat.

UnderTale ist das Spiel, das uns diese Wahrheit in Erinnerung rufen kann.

Warum? Das steht auf Videogame Tourism.

Murder On The Dance Floor
Wednesday, August 19th, 2015 at 16:05

Beinahe vergessen: The one where wir ganz fest, ganz ehrlich über Hotline Miami gesprochen haben. Viel gab es zu sagen im Spiel des Monats über den den doppelten Hechtsprung ins Kommerzielle und brillant Blutige vom schartigen Indie-Wunderkind Cactus. Und ich? Ich erwähnte unter anderem, warum mich die aufgepeitschte Mörderorgie an Brian Eno in Plüschpantoffeln denken lässt. Nach der Werbepause ausserdem: Der ultimative Beweis dafür, dass es für alle Beteiligten besser ist, dass ich nicht Musikjournalist geworden bin.

hotline miami

Passend zu einem Spiel, das in der nie geputzten Ecke eines Neon-Dancefloors gezeugt wurde, liessen wir uns treiben. In die schmutzigsten Winkel der frei-fliessenden Spex-Gedenk-Assoziations-Klauberei. Musikjournalismus als Gefühlssauce, die eklige, ganz obene schwimmende Schicht des Flows abgeschöpft. In gesamter Länge hört sich das auf Videogame Tourism so an — im Folgenden meine beiden Beiträge.

Urteile wie Stahlkappen in die Niere: die fluppende Agilität des Vorgängers, ersetzt durch Tand und Schwachsinn. Ein Zebra, das Purzelbäume durch Kugelhagel schlägt. Ein Tiger, der alles stehen und liegen lässt für eine gehörige Portion Prügel — Kinderfasching, allesamt. Und der große, böse Bär, der sein Spielzeug zur Feier mitbringt und gleich wieder zu Boden schmeißt? d  e s o l a t. Lahm. Lähmend. Feature-Blähung im Darmgang der Aufwärmindustrie.
…Pauschalurteil, schleich dich. Die Fans, diese Pinguine-von-Madagaskar-Abziehfolie der Droops, Warriors und aller anderen geistesgestörten und geistesstörenden Youth Gangs, ne sont pour toi. Präzisions-Instrumente? Taktangebende Fingerverlängerung ins digitale Schlachthaus?! Nichts da. Nada. Stattdessen: Rausch-Simulatoren, unter gewissen Bedingungen.

Umstände. Die richtigen. Und richtig sind: *Roller Mobster* aus allen Kanälen. Und Transparenz auf allen Seiten. Der zentrale Flur in *Death Wish*, ein kristallenes Nadelöhr ins Verderben, ein Tunnel aus Glas und Schmerz. Auftritt: Der Bär, die rechte Maustaste  breitet die Arme aus zum haarigen Schatten eines [insert blasphemisches Bild here] und links und rechts säht er Splitter und The End™. Eine Kugel trifft den Bären, er erhebt sich, beginnt von vorne, wieder, und wieder, und wieder, frontal, frontaler, und plötzlich ist er durch. Die Synthesizer des irren Schreiners sägen immer noch, als der Bär seinen Marsch durch die Glasinstitutionen beendet hat, und sich wie ein Kreisel im leeren Raum dreht. Eine glorreich schwachsinnige Ehrenrunde, wenn es je eine gab. Vigilanten. Nichtsnutze, allesamt. Meinetwegen. Aber dafür? d a f ü r ist die Menagerie wie geschaffen: Rollermobster, of love. Und es verdammts hüere Lädi, dieses Lied.

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